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Letztes Jahr im August kaufte ich einen Schrittzähler. Leider habe ich ihn kurz nach dem Kauf erfolgreich verlegt, aber es war ja sowieso zu heiß. Vorgestern fand ich ihn wieder und habe ihn gestern endlich ausprobiert. Zu Fuß durch Wien vom 5. in den 16. Bezirk, dort wurde ich zum Geburtstagskaffee erwartet. Glücklicherweise war das Wetter ideal. Vor 33 Jahren lag in Bayern am Dreikönigstag viel, viel Schnee, und es war vermutlich außerhalb der Entbindungsklinik sehr kalt, aber gestern hatten wir Sonne, milde Temperaturen und wenig Wind.

Ich packte also das Geschenk in den Rucksack, zog bequeme Schuhe an und ging pünktlich los. Etwa nach der Hälfte der Strecke fiel mir ein, dass ich eigentlich den Schrittzähler testen wollte. Man muss vorher die Schrittlänge einstellen, das hatte ich natürlich nicht gemacht. Aber es war ja nur ein erster Versuch. Er zählte auch schön mit. Eine nette Sache, die ich sicher öfter einsetzen werde.

Am Gumpendorfer Gürtel kam es zu einem kleinen Zwischenfall. Ich wartete an der Ampel, als plötzlich ein Sackerl durch die Luft flog und etwa zwei Meter vor mir auf der Fahrbahn landete. Es kam eindeutig von oben, der Inhalt sah nach ‚Nimm ein Sackerl für dein Gackerl‘ aus. Das Sackerl selbst war weiß, nicht schwarz wie die üblichen Gackerlsackerl. So kam aber der Inhalt farblich besser zur Geltung.

Leicht irritiert überquerte ich die Straße, dem halb aufgeplatzten Sackerl sorgfältig ausweichend. Von gegenüber aus konnte man ein weit offenes Dachfenster sehen. Alles Gute kommt von oben – lassen wir das. Den nächsten Kilometer legte ich mit Blick nach oben zurück. Nicht dass noch jemand auf die Idee kam, einen Haufen Schxxx einfach aus dem Fenster zu werfen! Dann stellte ich fest, dass ich doch schon ein wenig spät dran war, und beschloss, ein Stück mit dem Bus zu fahren. Die grobe Richtung stimmte, allerdings verließ mich dann mein ohnehin kaum vorhandener Orientierungssinn.

Ich lief ein wenig ziellos herum, merkte dann, dass ich einfach nicht mehr genau wusste, wo ich war, vor allem nicht, wie ich jetzt am schnellsten von A nach B kam.  Egal, die nächste Straßenbahnhaltestelle war in Sicht, ich fuhr in eine mir halbwegs bekannte Richtung und stieg dann in die U-Bahn um, so dass sich die Verspätung zum Geburtstagskaffee noch in Grenzen hielt.

Gestern waren es insgesamt 10.552 Schritte. Heute gleich der nächste Versuch, kein Zeitlimit, weil kein Geburtstagskaffee, 22.893 Schritte. Nach meinen Berechnungen und einem abschließenden Vergleich mit dem Stadtplan ungefähr elf Kilometer (Schönbrunn, Tiergarten inklusive, hin und zurück). Gebraucht habe ich dafür knapp zwei Stunden reine Gehzeit, Pinguine gucken nicht mitgerechnet.

Weniger ergiebig war heute mein Wortzähler. Außer zwei Horoskopen und einer Produktbeschreibung nichts geschafft, Wörter: 1.660. Aber am ersten Arbeitstag des neuen Jahres muss ich es ja nicht gleich übertreiben.

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