Was wirklich zählt.

Schlagwörter

, , , ,

Ich war gestern in Traiskirchen. Das ist eine Kleinstadt 20 km von Wien entfernt, bequem erreichbar mit der Badner Bahn. In Traiskirchen befindet sich das Erstaufnahmezentrum, auch genannt Flüchtlingslager oder Betreuungsstelle Ost für Asylwerber. (An die deutschen Leser*innen: „Asylwerber“ ist ein österreichisches Wort. Es fehlt kein -be- in der Mitte, weil sie sich um Asyl bewerben, es hat auch nichts damit zu tun, dass die um Asyl ansuchenden Menschen FÜR Asyl werben, so wie wir es vielleicht von Zeitschriftenwerbern kennen. Mir sind auch nach 3,5 Jahren viele österreichische Begriffe noch fremd und ungewohnt, aber ich verwende sie trotzdem.)

Anfang Juli hat die Caritas dazu aufgerufen, Sachen zu spenden, die von den Asylwerber*innen dringend benötigt werden. Das Ziel war und ist, für jede und jeden ein Willkommenspaket bereitzustellen. Mit Handtuch, Zahnbürste, Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Rasierschaum, kleinem Spiegel, Schreibzeug, Stifte, Streifenkarte, für Kinder auch mit Bilderbüchern, dazu eine Karte mit einem persönlichen Willkommensgruß. So ein Packerl zusammenstellen geht schnell und kostet nicht viel. Abgeben kann man die Willkommenspäckchen direkt beim Omnibus, der in Traiskirchen vor dem Lager steht, bei CARLA Mittersteig und CARLA Nord in Wien oder auch mit der Post an CARLA Mittersteig, 1050 Wien, Mittersteig 10. Auf der FB-Seite von Wir helfen gibt es einen Aufkleber zum Ausdrucken und Ankreuzen, es sollte auf den Packerln stehen, ob der Inhalt für Männer, Frauen oder Kinder ist.

11168189_561248304033870_783573004707859057_n

10986505_558676860957681_4386276213455651006_n

Aktuell gebraucht werden weitere Willkommenspakete, außerdem dringend T-Shirts und Jeans für junge Männer im Alter von 13 bis 20 Jahren.

Mehr über die Aktion der Caritas gibt es hier:

Caritas – Omni.Bus – Wir helfen

und auf Facebook:

Omni.Bus – Wir helfen

Die Aktion Omni.Bus – Wir helfen sucht(e) freiwillige Helfer*innen, die am Bus Spenden entgegennehmen und beim Sortieren helfen. Man kann sich in einer Liste eintragen, jeweils für zwei Stunden oder auch mehr. Der Hilfszeitpunkt und -tag ist frei wählbar, ich habe mir den gestrigen Spätnachmittag ausgesucht.

Seit Wochen treibt mich dieses Thema um. Was alles an dummen und bösen Meinungen zum Thema Asyl durchs Netz geistert, finde ich schrecklich. Ich sitze auf meinen Fingern, weil ich nicht bei jedem Hass-Posting, das mir über den Weg läuft, dagegen schreiben will. Zu sehr nerven mich die „Argumente“, die dann unweigerlich kommen: Nimm doch einen Flüchtling bei dir auf. Die haben ja alle ein Smartphone, so schlecht kann’s denen nicht gehen. Meine Großeltern mussten auch flüchten, aber die waren nicht so undankbar. Wieder andere Großeltern sind nicht geflüchtet, sondern haben das Land sofort wieder aufgebaut. Weiter geht’s mit: Grenzen dichtmachen, sind ja sowieso nur Wirtschaftsflüchtlinge, alle abschieben, die sollen doch zu Hause bleiben und ihre Familien schützen. Die ganz üblen Sachen schreibe ich hier nicht. Ich antworte deshalb nicht auf solche FB-Beiträge, weil ich diesen keine Aufmerksamkeit schenken will.

Also am Donnerstag Nachmittag mit der Badner Bahn nach Traiskirchen. Das dauert von meiner Wohnung aus ca. 45 Minuten. Die Bahn quietscht und zuckelt gemütlich vor sich hin, auf halber Strecke geht ein gewaltiges Gewitter runter. Aber in der Bahn sitzt es sich ja warm und trocken. Von der Ausstiegsstelle bis zum Lager sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. Mir begegnen ein paar Leute, aber erst in der Otto-Glöckel-Straße wird es lebhafter. Es ist ein eigenartiges Gefühl. Ich habe etliche Bilder im Internet gesehen, real ist die Wirkung jedoch ganz anders. Bedrückend und beklemmend, obwohl der Blick auf das Gelände gar nicht viel Preis gibt.

Ich komme mir vor wie ein Voyeur, ich will hinschauen und doch nicht. Diesen ersten Eindruck zu beschreiben fällt mir schwer. Dann bin ich am Omnibus. Vier Helfer verteilen Ausgabekärtchen, ab Freitag sollen die ersten Pakete verteilt werden. Ich frage mich durch, dann heißt es, eine junge Frau und ich sollen im Pfarrsaal der Kirche St. Margaretha beim Sortieren helfen. Wir könnten zu Fuß hingehen, es würde aber auch gleich jemand mit dem Auto kommen, der Päckchen mitnimmt und uns beide auch.

Während wir warten, werden laufend neue Kartons abgegeben. Viele sind von außen liebevoll gestaltet, mit Herzchen drauf, in schönes Papier gewickelt.

Weiter geht’s in der Pfarre St. Margaretha. Hier sind schon viele fleißig am Sortieren und Packen. Kurze Einweisung, dann befüllen wir Sackerln und Schachteln. Es sollen momentan nur Männerpakete gemacht werden. Vieles ist reichlich da: Shampoo, Papiertaschentücher, Blöcke und Stifte, Zahnpasta, Einwegrasierer. Rasierschaum ist knapp, Handtücher so gut wie vergriffen. Jemand fährt los, noch mehr Handtücher besorgen. Die Stimmung ist gut.

Jetzt gehen allmählich die Zahnbürsten aus. Während wir bei den ersten Päckchen noch darauf geachtet haben, keine rosafarbenen Zahnbürsten in ein Männerpackerl zu legen, ist das jetzt egal. Eine Karton voll Kinderzahnbürsten kommt auf den Packtisch. Da sind immer zwei Bürsten in einer Verpackung, wir schnipseln die Blisterpackungen auf. Es soll für alle reichen und reicht doch nicht. Zwischendurch trifft wieder eine neue Ladung Handtücher ein, die blitzschnell aufgebraucht ist. Damit werden die halbfertigen Päckchen und Sackerl aufgefüllt und verschlossen.

Was manche Leut‘ spenden … also, spenden ist ja grundsätzlich gut gemeint und absolut freiwillig. Aber es wundert einen dann doch, wenn Badeschaum dabei ist – oder Parfum …

Nach knapp zwei Stunden gibt es nicht mehr viel zu tun, ich verabschiede mich und verspreche, dass ich bald wieder dabei bin. Dank meinem hervorragenden Orientierungssinn wandere ich danach noch ein wenig durch Traiskirchen. Wo geht’s nochmal bitte zur Haltestelle?

Ich komme am Türkisch-Islamischen Kulturverein vorbei, hier warten viele aufs Essen. Im Ramadan essen gläubige Muslime erst nach Sonnenuntergang. Man mag das merkwürdig finden, aber ich kenne Leute, die essen am Freitag niemals Fleisch, die fasten vor der Bikini-Saison bis zum Magerwahn, die ergänzen ihr täglich Brot mit der täglichen Rotweinflasche. Bitte: Jeder wie er mag. Dann noch einmal am Erstaufnahmezentrum vorbei. Gegenüber vom Eingang sitzt eine Frau mit zwei kleinen Kindern auf dem Gehsteig. Sie hat eine Wolldecke, eine kleine Tasche, ein Plastiksackerl und ich sehe auch noch einen Babyschlafsack.

Das Aufnahmezentrum ist überfüllt, viele schlafen in Zelten und viele im Freien. So schaut’s aus:

Traiskirchen in der ZIB

Mit der Badner Bahn zurück nach Wien. Eine Dreiviertelstunde Zeit zum Nachdenken. Die Bahn fährt an den Shoppingtempeln der SCS vorbei, große Leuchtschrift: Willkommen in der Shopping City Süd!

Ja, Einkaufen macht Spaß, will ich gar nicht abstreiten. Was Neues, was Schönes, für den Kleiderschrank, für die Wohnung – warum nicht. Aber ein paar Sachen für ein Willkommenspaket einkaufen, verpacken, einen lieben Gruß aufschreiben, ein Herz draufmalen, hinbringen – das ist manchmal mehr wert als eine ausgedehnte Shoppingtour.

Klappe auf, Klappe zu, oder: „Das Grauen lauert überall“

Das mit der Klappe ist ja so eine Sache. Mal soll man sie aufmachen, mal sollte man sie besser halten. Klappentexte liefern Informationen, die aber oft mehr versprechen als der Inhalt zu halten imstande ist. Klappe die erste/zweite/dritte, so heißt es beim Drehen eines Films, gute Erfindung, damit haben die Darsteller die Chance, einen ersten Eindruck, der ja sonst als entscheidend gilt, beim zweiten, dritten Versuch zu korrigieren.

Ich habe für mich beschlossen, und fahre damit recht gut: Wenn mich was aufregt, stört, belastet: Klappe aufmachen. So wie neulich, als mich die Vorgänge auf Facebook im Zusammenhang mit der Grazer Amokfahrt so aufgeregt haben, dass ich nicht mehr anders konnte. Wenn ich keine oder nur wenig Ahnung von etwas habe: Klappe halten. Das gilt zum Beispiel immer dann, wenn ich Texte über Themen schreiben soll, bei denen ich mich nicht auskenne, wo ich überhaupt nicht Bescheid weiß, und angelesenes Halbwissen gefährlich sein könnte. Etwa bei medizinischen Themen. Im Leben nicht käme ich auf die Idee, in einem Medi-Text irgendwelche Heilversprechungen zu machen. Da hilft auch der Hinweis nicht, dass „das Lesen dieses Textes keinen Arztbesuch ersetzt“. Klar, viele Krankheiten haben mit der Ernährung zu tun. So blauäugig kann man aber doch nicht sein, dass man seinen Lesern ernsthaft vermitteln möchte, der regelmäßige Verzehr irgendeines Gewürzes könne Krebs heilen und Demenz verhindern, nicht mal dann, wenn dieses Gewürz gleichzeitig noch beim Abnehmen hilft und schön macht! Ich bevorzuge in diesem Fall die Variante: Klappe halten.

Aber ich schweife ab, denn ich wollte ja von einer ganz anderen Klappenart berichten. Denn hinter manchen Klappen, diese Erfahrung musste ich neulich machen, verbirgt sich das blanke Grauen.

Zwei Enkel und die Oma und das Klappenbuch „Gefährliche Tiere“

Aufmerksame Leser*innen meines Blogs wissen, dass ich zwei tolle Enkel habe, die sich beim abendlichen von-Oma-ins-Bett-bring-Ritual immer ganz besonders aufs Vorlesen freuen. Neu im kindgemäßen Bücherregal ist das Buch „Gefährliche Tiere“. Das Bilderbuch hat keinen Klappentext, auf der Webseite des Verlags ist allerdings zu lesen: „Dieses Buch führt Kinder auf eine Expedition in die manchmal gefährliche Tierwelt und vermittelt Respekt vor allen Lebewesen, ohne Ängste zu schüren.“

Ha! Das hätte ich mal besser VORHER gelesen, dann wäre ich auf die Idee gekommen, mir das Buch erstmal alleine anzusehen. Weil nämlich: Es sind Spinnen drin, und ich kann keine Spinnen anschauen, oder nur sehr, sehr schwer und sehr, sehr vorsichtig. Wenn Spinnen im Fernsehen auftreten, gucke ich ängstlich durch die Finger, wenn kurz vor Halloween überall Plastikspinnen verkauft werden, gehe ich nicht gern einkaufen. Es geht nicht nur um echte, lebendige, sondern mir graut auch vor Bildern, Fotos und falschen Spinnen. Ist so, da lebe ich schon lange mit. Jetzt zum Vorlese- und Anschau-Buch. Das Buch enthält Bilder von gefährlichen Tieren, allesamt gezeichnet, nicht sonderlich furchterregend. Auf jeder Seite sind nicht nur große Bilder, sondern auch kleine, sorgsam versteckt hinter kleinen Klappen. Beim Vorlesen müssen wir immer unbedingt jede Klappe hochheben und hineinschauen, was sich dahinter verbirgt.

(Kleiner Exkurs: Die zwei haben auch ein Buch dieser Machart über Ritter; da gibt es ein Burgklo, am Rand der Burg in einen Erker eingebaut, und wenn man die Klappe aufmacht, sieht man, wie das Ritterkacki direkt ins Freie purzelt – ein Riesenlacherfolg bei meinen Enkeln, von dieser Klappe können sie gar nicht genug bekommen. Sie machen immer wieder die gleiche Klappe auf, lachen sich halb kaputt und schreien aus voller Kehle „Kacki, Kacki!“)

Zurück zu den gefährlichen Tieren. Wir saßen also zu dritt auf der Couch, ich in der Mitte, einer links, einer rechts, der linke Enkel noch recht wach, der rechte Enkel schon sehr müde. Dazu das Buch. Ich las es zum ersten Mal vor. Die ersten Tiere: kein Problem, Tiger, Haifische, Schlangen. Text dabei, den kürzte ich beim Vorlesen etwas ab, bevor mir der kleine Enkel auf dem Sofa einschlief. Alle Klappen mussten geöffnet werden, der große Enkel sagte bei der dritten erwartungsvoll: „Ist da jetzt ein Haifisch-Kacki drin?“

Dann kam Klappe Nummer weiß nicht mehr. Außen auf den Klappen ist immer ein kleiner, gezeichneter Hinweis, was wohl dahinter stecken könnte, es war bei dieser ein schwarzes, behaartes Bein. Vielleicht ein Puma, dachte ich, machte die Klappe auf und ließ fast das Buch fallen, denn obwohl das Buch gefährliche Tiere enthielt, hatte ich überhaupt nicht mit dieser dicken, fetten, schwarzen Spinne gerechnet. Durch den Zusammenzuckreflex, gegen den ich überhaupt nichts machen konnte, wurde der kleine Enkel wieder wachgeschüttelt.

Ich machte die Klappe SOFORT wieder zu, der große Enkel sagte enttäuscht: „Kein Kacki?“

Der kleine Enkel blinzelte, guckte auf die geschlossene Klappe und fragte: „Kacki?“

Nein, kein Kacki“, sagte ich und blätterte um, was ich besser nicht getan hätte, oder zumindest hätte ich gleich ein ganzes Stück weiterblättern sollen, denn jetzt stellte sich heraus: Die Spinne hinter der kleinen Klappe war nur ein winziger Vorbote des absoluten Grauens. Nun breitete sich ein solches Vieh über die ganze Doppelseite aus. Der kleine Enkel jauchzte fröhlich und rief: „Eine Spinne, schau, Oma, eine Spinne!“

So, jetzt gaaaaanz ruhig bleiben, nicht erschrecken, einatmen ausatmen einatmen ausatmen …

Oma, ist das eine liebe Spinne? Was macht die Spinne da?“

Ja klar, das ist eine liebe Spinne, die lebt da in ihrem Netz und spinnt so vor sich hin …“

Und macht die auch ein Kacki?“

Das Grauen lauert wirklich überall.

Farbenlehre

Der zweite Text entstand heute Abend. Österreich ist meine Wahlheimat, aber ich bin mir sicher, in meinem Herkunftsland sind die Zustände nicht besser.

Farbenlehre

Nach außen blau, denn die Couleur

gilt doch als rein und sauber sehr

doch unter’m braven Bürgerhut

da brodelt es, das braune Blut

es kocht und zischt und dringt hervor

gar bald tönen sie all im Chor

sie schrecken vor gar nichts zurück

ihr Österreich, ihr großes Glück

das woll’n sie schützen vor dem Fremden

wie’s einstmals taten braune Hemden.

Kommt das Thema auf Asyl

dann mangelt es an Mitgefühl

dann fehlt es an der Menschlichkeit

und mit’m Verstand ist’s scheinbar auch nicht weit.

Sie halten Schilder hoch empor

und lesen laut die Botschaft vor:

Asyl – nein danke, geht’s doch z’haus,

recht schnell aus uns’rem Österreich raus.

Sie helfen euch in die Maschine

und machen auch noch gute Miene

zum bösen Spiel, denn sie sind besser

als ihr. Sie liefern euch ans Messer.

Der erste Blick von außen: Blau.

Doch innen drinnen, schaut genau,

welch ekelhaft Gedankengut

und in den Adern braunes Blut.

Teilt das Meer.

Wer alle paar Monate Anlauf nimmt, kommt auch irgendwann ans Ziel – er braucht bloß länger“ (alte Friedberger Bauernregel)

Heute ist es also wieder mal soweit. Zwei Texte, einer liegt schon seit Wochen auf meiner Festplatte herum, den schrieb ich, als die unsäglichen Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer passierten. Seitdem treibt mich ein Wort um, mein „neues“ Wort heißt Herzasyl und bezeichnet für mich das, was ich möchte. Mit dem Herzen denken, das heißt, es gibt keine Fremden, sondern einfach nur Menschen. Der folgende Text ist vielleicht ein bisschen pathetisch. Ich habe lange gezögert, ob ich ihn veröffentlichen soll oder nicht. Jetzt, heute, also doch.

Teilt das Meer.

Lasst Dummheit, Ignoranz, Intoleranz, Hetze und Hass und Gier absaufen. Aber niemals Menschen.

Teilt das Meer.

Seht nicht weg. Seht hin, wenn Tausende ertrinken, wenn Millionen verdursten und verhungern. Seht hin, wenn Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil sie keine andere Wahl haben. Ihr habt die Wahl.

Teilt das Meer.

Lasst euch nicht für dumm verkaufen, wenn euch Politiker und Chefredakteure in Talkshows erzählen, sie, nur sie allein wüssten, WER ein Recht auf Asyl hat und wer nicht. Lasst diese Reden und Meinungen untergehen. Aber niemals Menschen.

Teilt das Meer.

Lasst euch nicht von den Zeitungen blenden, die mit ihren Schlagzeilen und ihrer Jagd nach Sensationen den Hass und das Unverständnis schüren anstatt aufzuklären und Menschlichkeit in den Mittelpunkt zu rücken. Werft diese Meinungen über Bord. Aber niemals Menschen.

Teilt das Meer.

Stellt euch gegen die hetzenden Stimmen, die unwürdige Parolen verbreiten und zu „Spaziergängen“ aufrufen, die nur eines zum Ziel haben: andere wegen ihres Glaubens und ihrer Herkunft zu verurteilen und abzuweisen. Denkt daran: Diese furchtbare Bewegung ist nicht „islamkritisch“. Sie ist ISLAMFEINDLICH.

Teilt das Meer.

Macht euch bewusst, dass viele von euch ihren Urlaub an den Stränden des Mittelmeeres verbringen. An den Stränden eines Massengrabs. Denkt daran, dass ihr zufällig im Herzen Europas geboren wurdet, dass niemand euch verfolgt und bedroht. Denkt daran, dass ihr weder Krieg noch Folter und Gewalt, weder Hunger noch Durst fürchten müsst.

Teilt das Meer.

Denkt daran, dass für alle genug da ist: genug Geld, genug Platz, genug Essen, genug Wasser, genug Arbeit. Es ist nur falsch verteilt. Wenige bereichern sich auf Kosten vieler. Wenige leben im Frieden, im Wohlstand, ja sogar im Überfluss. Viele verlieren alles. Sogar ihr Leben.

Lasst uns das Meer teilen.

Wie im falschen Film …

so kam ich mir heute vor. Ich hatte noch einige Einkäufe zu erledigen. Es war nicht der Tag der entspannten Busfahrten. Auf der Hinfahrt musste sich jemand im Bus übergeben, ich war zum Glück etliche Meter entfernt. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass auf der Rückfahrt ICH diejenige sein würde, die ihrem Sitzplatznachbarn am liebsten vor die Füße gekotzt hätte.

Es waren nur ein paar Stationen. Ich stieg am Reumannplatz ein, der Bus war voll, und ich quetschte mich auf einen der letzten freien Sitzplätze. Sitzen im Bus – das macht man nicht unbedingt freiwillig oder weil man alt oder gebrechlich ist. Man setzt sich deshalb, damit man aus dem Weg ist. Der Sitzplatznachbar beanspruchte ungefähr anderthalb Sitze, weshalb ich schon versuchte, mich so dünn wie möglich zu machen. Er telefonierte lautstark. Das wenige, was ich verstand, wies darauf hin, dass es sich um einen Ureinwohner Wiens handelte. Außerdem verstand ich, dass er von einer Weihnachtsfeier kam und auf dem Weg zu einer anderen Weihnachtsfeier war. Echt, ich liebe diese Stadt und ich mag die Sprache. Der Wiener Dialekt in seiner tiefsten Ausprägung – und um eine solche handelte es sich hier – ist jedoch für Ausländerinnen wie mich nur schwer verständlich.

Als er fertig telefoniert hatte, rempelte er mich an. „Scheiß Stau heit!“ Noja, das musste man mir nicht sagen, das sah ich selbst. Er wollte wissen, wie weit ich fahre, ich murmelte irgendwas. Er stellte fest, dass ich von woanders her sein müsse, er tippte auf Kärnten. Keine Ahnung, warum und wieso. Die Antwort „Bayern“ veranlasste ihn dazu, eine Stadt in Bayern zu nennen, in der er jemanden kennt. Ob ich diese Stadt auch kennen würde? Meine Güte, ich wollte mich nicht unterhalten. Außerdem roch er heftig nach Weihnachtsfeier.

Jetzt stand der Bus, es ging weder vor noch zurück. Auch keine Haltestelle in Sicht, sonst wäre ich den restlichen Weg zu Fuß gegangen. Er wurde politisch. Innerhalb der nächsten Minuten erfuhr ich, dass hier alles beschissen ist, dass man nichts dagegen machen kann, naja, er wählt schon die Richtigen, da brauche ich ihm nichts zu erzählen (machte ich ja gar nicht), aber jetzt müsse sich wirklich mal was ändern, das sei ja nicht mehr zum Aushalten mit den ganzen Ausländern hier. Wie ich das denn sehen würde? „Anders.“ Zu mehr kam ich nicht. Er wurde jetzt deutlich. Ob ich denn wirklich keine Ahnung hätte.

Er, ja, er sei bestens informiert. Und er würde mir jetzt mal was ganz im Vertrauen sagen. So schlimm sei der Adolf gar nicht gewesen. Er habe unzählige Kriegsfilme gesehen und wirklich, er wüsste, was damals Sache war. Ungelogen. Der A., der habe nur einen Fehler gemacht, er hätte die Russen nicht angreifen dürfen. Ja, das sei wirklich nicht gut gewesen, aber alles andere, das habe schon seine Richtigkeit gehabt.

Mir wurde schlecht. Doch es kam noch schlimmer. Irgendwann fuhr der Bus weiter, der Sitzplatznachbar räsonierte immer heftiger über die Vergangenheit und bedauerte sehr, dass heute …

Am Matzleinsdorfer Platz leerte sich der Bus ziemlich, auf der anderen Seite des Ganges saß jemand und telefonierte. Auf türkisch. Für den Sitzplatznachbarn gab es jetzt kein Halten mehr. „Red deitsch, mia san in Österreich!“, brüllte er den jungen Türken an. Der Türke antwortete – in einem astreinen Deutsch, ich verstand jedes Wort.

Wie die Sache ausgegangen ist, weiß ich nicht, ich stieg an der nächsten Haltestelle aus. Ich bin selten sprachlos. Heute war ich es, ich wusste einfach nicht, wie ich mich verhalten und was ich sagen sollte. Innerlich natürlich schon, da muss ich nicht lange überlegen. Aber die Situation war für mich gleichzeitig so irre und so bedrohlich, dass ich raus musste.

Trotzdem. Ich will nicht schweigen. Ich bin hier, in Wien, in Österreich, Ausländerin. Klar, man sieht es mir nicht an, und man hört zwar, dass ich einen anderen Dialekt spreche, doch immerhin: deutsch. Aber ich bin Ausländerin. Der Typ, der neben mir saß, müsste vermutlich erstmal einen Sprachkurs besuchen, um verständlich sprechen zu können. Aus all seinen Äußerungen hörte ich blanken Hass heraus.

Diese Stadt, in der ich lebe, hat einen hohen Ausländeranteil. Allein das Haus, in dem ich wohne, beherbergt Menschen von überall her. Wir leben friedlich zusammen. Wir reden miteinander im Treppenhaus, im Notfall hilft man sich, man nimmt Pakete für den Nachbarn an. Ich wünsche mir, dass das so bleibt.

Heute habe ich gelesen, auch in Wien sei so ein PEGIDA-„Spaziergang“ geplant. Die österreichische! PEGIDA-Fanseite auf FB hat genau jetzt, um kurz nach 22:30 Uhr, über 4.400 Likes, und es werden beständig mehr. Das alles macht mir – nein, keine Angst. Es macht mir Mut. Mut, NEIN zu sagen.

An dieser Stelle grabe ich ein uraltes Lied von Konstantin Wecker aus.

SAGE NEIN!

Wenn sie jetzt ganz unverhohlen
Wieder Nazi-Lieder johlen,
Über Juden Witze machen,
Über Menschenrechte lachen,
Wenn sie dann in lauten Tönen
Saufend ihrer Dummheit frönen,
Denn am Deutschen hinterm Tresen
Muss nun mal die Welt genesen,
Dann steh auf und misch dich ein:
Sage nein!

Meistens rückt dann ein Herr Wichtig
Die Geschichte wieder richtig,
Faselt von der Auschwitzlüge,
Leider kennt man’s zur Genüge –
Mach dich stark und misch dich ein,
Zeig es diesem dummen Schwein:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Banker oder Müßiggänger,
Ob als Priester oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
Ob du sechs bist oder hundert,
Sei nicht nur erschreckt, verwundert,
Tobe, zürne, misch dich ein:
Sage nein!

Und wenn aufgeblasene Herren
Dir galant den Weg versperren
Ihre Blicke unter Lallen
Nur in Deinen Ausschnitt fallen.
Wenn sie prahlen von der Alten,
Die sie sich zu Hause halten,
Denn das Weib ist nur ‚was wert
Wie dereinst an Heim und Herd,
Tritt nicht ein in den Verein,
Sage nein!

Und wenn sie in deiner Schule
Plötzlich lästern über Schwule,
Schwarze Kinder spüren lassen,
Wie sie andre Rassen hassen,
Lehrer, anstatt auszusterben,
Deutschland wieder braun verfärben,
Hab dann keine Angst zu schrein:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Bänker oder Müßiggänger,
Ob als Priester oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
Ob du sechs bist oder hundert,
Sei nicht nur erschreckt, verwundert,
Tobe, zürne, misch dich ein:
Sage nein!

Noch was. Das ist mir heute in Wien passiert. Ich bin mir sicher, ähnliche Szenen wie bei dieser Busfahrt spielen sich natürlich nicht nur in Österreich ab. Es braucht überall, in Schwaben und in Sachsen, in der Steiermark und in Salzburg, wahrscheinlich nur wenige Zutaten: Braune Suppe, dazu ein ausländisch aussehender oder ausländisch sprechender anderer Mensch, und schon kann’s losgehen.

Explosive Tage 2014 – ein Rückblick

Schlagwörter

, , ,

Überall Jahresrückblicke, soweit das Fernseh-/Internet-/Zeitungsauge reicht, obwohl doch bis Silvester noch Zeit ist; aber warum nicht rechtzeitig damit beginnen? Ich schreibe jetzt auch einen Jahresrückblick, aber einen, der nur einen Teilbereich beschreibt. Nämlich die explosiven Tage 2014.

Es gibt Tage, da brennt die Zündschnur anscheinend schon, bevor du aufstehst. Sogar bevor du aufwachst. Du träumst schlecht, du erwachst gerade noch rechtzeitig, weil die Blase drückt, und schlägst dir den kleinen Zeh am Türpfosten an, aber schon dermaßen feste, dass er sich ratzfatz blaulila verfärbt, und dann stellst du fest, dass es erst halb vier ist. Solche explosiven Tage blieben 2014 bei mir zum Glück aus. Ein Grund zum Jubeln, denn ein Jahr ohne angebrochenen Zeh ist doch schon was Besonderes!

Aber beginnen wir im Frühling. Da stand im März ein Tag auf dem Terminkalender, der durchaus Zündstoff hatte, aber dann doch friedlich über die Bühne ging. Gute Vorbereitung und gedeckelte Emotionen sorgten dafür, dass das Gegenstück zur Hochzeit – nun ja, zwar kein Fest, aber doch irgendwie nett war. Ich beschenkte mich sogar selbst mit einem Scheidungsring. In den USA wird dies allmählich Trend, und selbst wenn man nicht jeden Schmarr’n von jenseits des großen Teichs übernehmen muss, fand ich die Idee doch witzig. Im Drogeriemarkt gibt es so Billig-Schmuck, ich fand einen hübschen mit Steinchen für zwei Euro fünfundneunzig, der erfüllte seinen Zweck voll und ganz. Ich trage eh nie Ringe, wozu dann mehr Geld ausgeben? Ach ja, und falls DU, ja genau DU, jemals das hier lesen solltest, dann gebe ich dir mit: Aller guten Dinge sind drei. Mach’s besser als bei den beiden ersten Malen.

Im Sommer ereignete sich dann tatsächlich eine Explosion. Kurze Vorgeschichte: Ich war beim Möbelschweden, es war heiß, ich kaufte ein Holunder-irgendwas-Mixgetränk. Leider schmeckte es scheußlich, ich hätte es gleich wegwerfen sollen. Aber gekauft ist gekauft, und gegen den Durst half es einigermaßen. Die fast leere Flasche packte ich in den Rucksack, zu Hause stellte ich sie auf den Esstisch, der ungefähr 50 cm von meinem Schreibtisch entfernt ist. Dumme Angewohnheit von mir, Gläser, Tassen und Flaschen nicht leerzutrinken, es bleibt immer ein Rest drin. So auch in dieser Flasche. Sie störte nicht weiter, ich hatte viel zu tun, sie stand da einfach nur so auf dem Tisch herum. Irgendwann, paar Tage später, saß ich am Schreibtisch und arbeitete und dachte nichts Schlimmes, als 50 cm neben mir der Flaschenstöpsel mit einem gewaltigen Knall (so ähnlich stelle ich mir einen Pistolenschuss vor) aus der Flasche flog. Ich vermutete, hinter einen Schrank, er blieb lange verschollen. Der Minirest Flüssigkeit in der Flasche war komplett vergoren, schäumte noch ein bisschen vor sich hin und roch alkoholisch. Zum Glück war nur noch so wenig drin, dass es nur den Stöpsel aus der Flasche schleuderte und nicht auch noch den Inhalt. Das Ganze passierte am Vormittag, am Abend konnte ich auf dem rechten Ohr wieder was hören.

Im Herbst explodierte nichts, dafür wackelte das Haus. Das hatte zwei Gründe. Zwei Häuser weiter ist eine Baustelle, dort werkelten die Bauarbeiter irgendwann mit einer riesengroßen Rüttelmaschine herum. Gleichzeitig fanden in der Parallelgasse Probebohrungen für die U2 statt. Welches dieser Ereignisse genau verantwortlich war, kann ich nicht sagen, aber in meiner Wohnung waren die Erschütterungen deutlich spürbar. Ich dachte an die Hauseinstürze, die man sonst immer nur im Fernsehen sieht, und packte vorsichtshalber den Rucksack um: Überlebenswichtige Dinge kamen hinein, persönliche Papiere und Klamotten zum Wechseln. Der Fluchtrucksack stand jetzt griffbereit neben der Wohnungstür. Sollte ich noch einen zweiten packen und ans Fenster stellen, falls ich mich abseilen müsste? Na, so schlimm würde es bestimmt nicht kommen. Vielleicht würde auch rechtzeitig Feuerwehrmann Sam auftauchen und mich retten. Wenn es nach meinen Enkeln geht, brauche ich vor gar nichts Angst zu haben. Sie singen mir laut und fast richtig vor: Was immer dich bedroht, Sam hilft dir in der Not!

Jetzt ist schon fast Winter, wenn auch nur dem Kalender nach, der Schnee fehlt noch. Überall riecht es nach Advent, die Werbung wirbt mit stiller Zeit, aber die Realität sieht anders aus. Auf der Baustelle geht es immer noch laut zu, hin und wieder treffen nachts zwischen ein und drei Uhr Lastwagen mit Baumaterial ein. Flutlicht erhellt die Gasse, mit großem Krach wird abgeladen. Immerhin, keine nächtlichen Explosionen. Die hoffentlich! letzte Explosion des Jahres 2014 ereignete sich letzte Woche am sehr frühen Morgen.

Und das ging so:

Ich wachte sehr, sehr früh auf und fühlte mich irgendwie gar nicht gut. Ein Tag, an dem man besser im Bett bleiben sollte, aber es wartete Arbeit und ich wusste, wenn ich jetzt noch mal einschlief, dann war der Tag gelaufen, also stand ich auf. Kaffee kochen ging noch, dann festgestellt, dass Zigaretten alle. Ich fand noch eine halbgerauchte im Aschenbecher. Sollte aufhören mit dem Scheiß. Meine Trafik würde erst in zwei Stunden öffnen, Kleingeld für den Automaten war keins im Haus. Ich beschloss also, die Zeit bis dahin mit Aufräumen zu verbringen.

Jetzt muss man sich das so vorstellen: Ich wohne ja sehr eingeschränkt. Kochnische im Flur, zwei ehemalige umgestrichene Kellerregale aus Holz ebenfalls im Flur, diese beherbergen meine Küchenutensilien und anderes. Daneben steht eine halbhohe, schmale Kommode mit Schubladen, auf der hatte ich weihnachtlich dekoriert: Gläser mit Dekosand, Zweigen und Kugeln, kleines Glas mit Dekosand und Teelicht drin. Mein Sparschwein mit der Aufschrift „Arme Sau“, ein offenes Fläschchen mit Duftöl und ein neugekaufter Küchenwecker mit einem Reh obendrauf ergänzten das Arrangement. Oben auf dem angrenzenden Holzregal standen in kunstvoller pyramidenförmiger Stapelung sechs ehemalige Joghurtgläser, in denen sind Linsen, Couscous, Kichererbsen, Hirse etc. Quer über die beiden Regale gespannt: Ein „Adventskalender“ aus Filzsäckchen, bereits leer gefuttert, obwohl der Advent noch nicht mal halb vorbei war. So leer sah er traurig aus, ich beschloss, ihn zu entfernen. Angebracht war er mit Reißnägeln. Er ging nicht ohne weiteres ab. Ich zog und zerrte, ruckelte und schimpfte, und dann: KRACHBUMMPENGWÄÄÄÄH!

Die Gläserpyramide geriet ins Schwanken, stürzte herab, zertrümmerte sämtliche Gläser mit Dekosand, schlug dem Sparschwein ein Ohr ab, warf das Fläschchen mit Duftöl um, das Glas mit Hirse explodierte förmlich, die Kugeln waren – natürlich!!! aus echtem Glas, Glassplitter, Hirse und Dekosand spritzten bis in den hintersten Winkel, Duftöl tropfte über alles.

Zwei Stunden später. ALLES aufgeräumt, geputzt, Glassplitter, Dekosand und Hirse entsorgt, dem Schwein das Ohr wieder angeklebt, Gläserpyramide an einem sichereren Ort neu aufgestellt (ohne Hirseglas), Zigaretten gekauft, nochmal Kaffee gekocht. Guten Morgen!

PS: Beim Großputz tauchte unter dem rechten Holzregal der Stöpsel von der Holunder-irgendwas-Mixgetränk-Flasche auf. Alles gut!

Keine Brezen in Madrid

Schlagwörter

, , , ,

Die Kunst besteht jetzt darin, eine Verbindung zu schaffen zwischen meiner kurzen Reise im April und dem, was zurzeit los ist. Ihr erinnert euch? Rückblende: Flugzeug startet, mir geht’s gut, Flugzeug fliegt, Flugzeug landet in Madrid. Jetzt begann das Abenteuer Camino schon ein wenig abenteuerlicher werden. Am/im Madrider Flughafen wollte ich nämlich die Nacht verbringen, der Weiterflug nach Pamplona war erst am nächsten Morgen. Das Flughafenareal ist riesig. Ich suchte zunächst mal nach einem Klo, das war relativ schnell zu finden. Bereits beim Betreten der sanitären Anlage überfiel mich ein heftiges Urlaubsgefühl. Echt, es roch nach Ferien! Bis ich beim Händewaschen dahinter kam, es roch einfach nach Chlor und Pool. Das Wasser war so stark gechlort, dass ein Befüllen meiner Wasserflasche nicht sinnvoll war. Ich suchte also nach etwas Trinkbarem. Es war kurz vor Mitternacht, die einzige Möglichkeit, noch irgendwo einzukaufen, war ein Automat von gewaltigen Ausmaßen. Wasser war aus, Orangensaft kostete 3 Euro fünfzig, Miniflasche. Ich überlegte, ob gechlortes Wasser schädlich war, vermutlich nicht. Es schmeckte bloß scheußlich.

Das dritte, was ich suchte, war die Raucherzone. Fehlanzeige, sowas gibt’s im Madrider Flughafen nicht. Ich musste also raus. Schön, dass ich jetzt schon Gelegenheit zum Wandern hatte, denn das Verlassen des Gebäudes bedeutete einen Fußmarsch von 20 Minuten.

So sah es vor dem Flughafen aus:

madrid

Dann folgte die Suche nach einem Schlafplatz. Ich fand schließlich eine freie Bank (wieder im Inneren des Flughafens), die hatte aber den Nachteil, dass sie aus drei einzelnen Sitzplätzen bestand. Die drei Plätze waren durch Armlehnen voneinander getrennt. Ganz, ganz dünne Menschen hätten sich auf der Bank ausstrecken können (unter den Armlehnen durch), ich nicht. Ich versuchte also, im Sitzen zu schlafen. Das ging nicht. Also verlagerte ich alles auf den Boden. Bequem geht anders! Es blieb die Angst vor nächtlichen Flughafenräubern, also band ich die ausgezogenen Stiefel am Rucksack fest, stopfte den Umhängebeutel mit Geld und Papieren und Weiterflugticket in die Hose und umklammerte den Rucksack. Ich lag auf einem schmalen Absatz, begrenzt von einer Glasplatte, und konnte auf der Seite liegend das darunter liegende Stockwerk sehen. Dort herrschte noch ein wenig Touristentreiben, das war nett anzuschauen. Ich zählte Touristen und schlief ein. Nach ungefähr einer Stunde wachte ich wieder auf und realisierte nicht sofort, dass zwischen dem Untergeschoss und mir eine Glasplatte war. Schreck! Ich wusste, eine einzige falsche Bewegung, und ich würde abstürzen. Gleichzeitig merkte ich, der Rucksack war weg, den hatte ich im Schlaf irgendwohin geschoben, jemand hatte ihn aufgehoben und auf die Bank gestellt. Nochmal gut gegangen! Im Wachwerden klärte sich allmählich alles auf, es war ja überhaupt nix passiert. Den Rest der Nacht verbrachte ich wieder auf der Bank sitzend.

Irgendwann war die Nacht vorbei, es wurde laut um mich herum und es roch von allen Seiten nach Kaffee. Und jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Thema dieses Blogeintrags! Ich fand sehr schnell eine Cafeteria, auf der Theke lag etwas, was ich auf den ersten Blick für etwas hielt, was ich für mein Leben gern esse: Es sah aus wie eine Breze. War es aber nicht, denn – irgendwie logisch – in Madrid am Flughafen gab es keine Brezen, das Gebäck hatte nur eine ähnlich geschlungene Form. Es war in Wahrheit „Churros“, das ist ein in heißem Öl herausgebackener, ineinander verschlungener Teigstrang, wahnsinnig fett. Egal, ich hatte Hunger, ich kaufte eins und aß es und trank Kaffee dazu und träumte davon, dass ich unmittelbar nach dem Camino ja nach Deutschland in meine alte Heimat wollte und dort Brezen essen würde, bis ich platzte.

Aufmerksame Leser*innen werden sich jetzt fragen, warum ich zum Brezen essen nach DE muss, die gibt es in Wien doch auch. Ja, schon. Sie sehen aber nur so aus. Liebe Wiener Bäcker, wenn ihr das hier lest: Was ihr Breze nennt, das ist nicht wirklich eine Breze. Wenn es die Spanier nicht kennen und können, bin ich ja nachsichtig. Aber im Land der Mehlspeisen! Brot und Semmeln und Kipferl und Kuchen und Torten könnt ihr doch auch. Warum keine anständigen Brezen?

Wahrscheinlich wisst ihr gar nicht, was ich unter einer richtigen Breze verstehe. Und bevor jetzt ein Einwurf kommt: Ich habe euch (fast) alle ausprobiert, bei einem, einem einzigen! fand ich welche, die waren von der Konsistenz her genau richtig, aber es war kein Salz drauf. Salz gehört bei mir unbedingt dazu. Nachdem alle Wiener Brezen-Kauf-Versuche total unbefriedigend waren, stellte ich weitere Tests ein. Ich verlegte mich auf Salzstangerl, die besitzen eine völlig andere Form und haben nix mit Lauge zu tun, aber sie sind wenigstens salzig. Und mir bleibt das wunderbare Gefühl, wenn ich in die Heimat fahre: Bald gibt’s Brezen.

Wie soll sie also sein, die ideale Breze, die es weder in Wien noch in Madrid gibt?

Mit drei Worten: Frisch, resch, fesch.

Frisch heißt in erster Linie frisch gebacken, nicht älter als ein paar Stunden. Nach dem Backen müssen Brezen die Chance bekommen, richtig auszukühlen. Also bitte auf dem Backblech lassen, damit der Dampf abziehen kann, erst dann in den Verkaufskorb oder was auch immer geben, sonst werden sie unweigerlich matschig. Je besser sie sind, umso schneller verkaufen sie sich, es wird also in Bayern laufend nachgebacken. Undenkbar, dass man nachmittags eine kauft, die schon seit dem frühen Morgen im Regal rumgammelt.

Resch, das ist die große Kunst beim Brezenbacken. Schlägt man das Wort „resch“ nach, stößt man a) auch auf die Schreibweise „rösch“, findet man b) die Erläuterung, dass dieses Wort überwiegend in Bayern und Österreich verwendet wird und c) dass es eine Umschreibung für „knusprig“ sein soll. Naja, das stimmt nur bedingt. Resche Brezen haben knusprige Teile, aber nicht nur. Sehr wichtig ist der weiche Kern, der fast ein bisschen saftig schmecken soll. Eine richtig gute Breze braucht nämlich kein Beiwerk wie zum Beispiel Butter (obwohl sie natürlich mit Butter, mit Butter und Schnittlauch, mit Leberwurst oder mit Käse ebenfalls ganz hervorragend schmeckt). Niemals darf das Innere einer Breze zäh und fest sein, das macht das ganze Essvergnügen kaputt. Richtig knusprig sollen dagegen die beiden miteinander verschlungenen Knochen sein, knusprig, nicht hart! Diese Teile müssen leicht zu knacken sein, manche Brezenesser rupfen die zuerst heraus und verspeisen sie, dann kommt erst der Rest dran.

Fesch. Das ist vielleicht der schwierigste Teil, denn einerseits: Geschmack schlägt Optik. Andererseits: Wer will schon ein schiefes, total verbogenes Etwas, das nur entfernt an eine Breze erinnert? Also: Der dickere Teil darf ruhig ordentlich Fülle haben, dann müssen aber die beiden Endteile, die miteinander verschlungen werden, immer schmäler werden. Der Knoten in der Mitte, den die beiden Knochen miteinander bilden, muss sauber und ordentlich aussehen, er ist das Indiz dafür, dass die Breze mit Liebe gemacht ist. Die Backzeit muss stimmen – aber angepasst an den jeweiligen Geschmack des Brezenkäufers. Und das Salz auf der Breze – bitte nur auf der Oberseite! – soll mengenmäßig den Wünschen der Käuferschaft entsprechen. Gute Brezenbäckereien machen also nicht nur eine einzige, immer gleiche Version. Von wegen! Es muss helle, mittlere und dunkle geben. Mit viel und wenig und ohne Salz. In allen Kombinationen. Außerdem müssen sie wunderbar duften. So gut, dass man beim Vorbeigehen an einer offenen Bäckereitür nur noch eins will: Reingehen, Breze kaufen, essen. Dann passt’s.

Breze oder Brezel?

Stimmt alles, es geht sogar „die Brezen“ oder „die Bretzen“. Wer mir eine Freude machen will, spricht allerdings von der „Brez’g“. Das weckt Kindheitserinnerungen und ein bisschen Heimweh, denn schon meine Oma fragte, wenn sie Einkaufen ging: „Soll i no was mitbringen?“ – „JA, bringsch a Brez’g mit. Oder zwoi.“

Und weiter geht’s!

Was, schon? Ja, ich weiß, diese Pause ist fast nicht erklärbar. Deshalb versuche ich es gar nicht erst. Oder doch? So ein Blog in der Warteschleife ist ja ein ideales Objekt, wenn man einen Hang zur Aufschieberitis hat. Ich schreib dann morgen was, oder am Wochenende, ach ne, doch besser erst, wenn ich x und y und z erledigt habe. Tatsache war, dass ich kurz nach dem letzten Eintrag die Kurve nicht bekommen habe. Dann folgten einige unaufschiebbare private Termine, ich begann wieder zu arbeiten, weil die Spanien-Pause definitiv vorbei war, und mitten in dem ganzen Theater wurde ich auch noch krank. Das gäbe Stoff für unzählige Blogeinträge, gehört aber nicht hierher. (Ne, im Ernst, es ist ein grandioser Stoff mit vielen, vielen Arztbesuchen und ominösen Diagnosen, aber ich will einfach HIER nicht drüber schreiben.) Keine Sorge, es geht mir soweit ganz gut. Auf jeden Fall verging Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat … und im Hintergrund lauerte immer mein Blog und machte mir ein schlechtes Gewissen.

Warum ich aber ausgerechnet heute … das hat einen Grund. Dritter Anlauf hat nämlich Geburtstag! Er wird ein Jahr alt und deshalb zünde ich wenigstens eine kleine Kerze an und sage: Hej, mach mal, Kleiner, lass dir das nicht gefallen, dass du so vernachlässigt wirst!

Ich höre ihn flüstern: Echt? Du willst mich wirklich wieder füttern? Womit denn?

Na, da fällt mir schon was ein. Zum nächsten Eintrag dauert es diesmal nicht mehrere Monate, sondern der ist schon da, so gut wie fertig. Muss ich nur noch Korrektur lesen und veröffentlichen. Kommt morgen Vormittag, versprochen. Jetzt wird noch bisschen gefeiert, das bin ich dem Kleinen schuldig.

Alles Gute zum Geburtstag!

Flugangst? Ich doch nicht!

Dass es richtig war, die Reise abzubrechen, habe ich letzte Nacht wieder zu spüren bekommen. Heute früh war das Knie dick und schmerzhaft, dabei war ich gestern nur einkaufen und davor gab’s einen Mini-Spaziergang. Kurz vor der Abreise hat mir noch jemand „an guadn Hatsch“ (wird mit langem a gesprochen, für alle Nordlichter) gewünscht, sicherlich ohne die Absicht, dass ich momentan nur mehr oder weniger mühsam hatschen kann. Aber jetzt mal zurück an den Anfang. Start war am Montag, 7. April. Diesem Abreisetag ging wochenlanges Vorbereiten und vor allem immer wieder Ein- und Aus- und Einpacken des Rucksack voraus. Ja, es stimmt, dass es auf jedes Gramm ankommt. Deshalb habe ich auch alle Einzelteile gewogen. Beim bekannten Kaffeeladen, der nicht nur Kaffee, sondern auch jede Menge anderes Zeug verkauft, gab es günstig eine digitale Küchenwaage, die habe ich mir geleistet und darauf Dinge gewogen.

Ein kleiner Ausschnitt aus der Wiegeprozedur: Zwei Paar Flipflops – welches ist leichter? (Ich nahm dann gar keins mit). Zwei verschiedene Steine – den Stein sollte man von zuhause dabei haben, um ihn an einer bestimmten Stelle auf dem Camino ablegen zu können. Ich hatte zwei. Einer war der schönere, aber der war auch schwerer: 57 Gramm. Also nahm ich den weniger schönen mit, der wog nur 17 Gramm. Immerhin! 40 Gramm gespart! Abgewickeltes Klopapier. Klar, wer wird denn eine ganze Rolle mitschleppen! Wo dann auch noch die graue Papprolle dabei ist, die man ja sowieso nicht braucht. Gewogen habe ich auch sämtliche Klamotten, die Zahnbürste, den Kugelschreiber und die Nagelschere. Jaja, die Nagelschere … die hat die Reise nur bis zur Flugsicherungskontrolle überlebt. Sie wurde mir weggenommen, bevor ich den Piloten damit be-erstechen konnte. Probieren kann man’s ja. Ehrlich, ich bin zuletzt vor 35 Jahren geflogen, da war die Welt anscheinend noch in Ordung. Man stieg einfach ins Flugzeug ein, niemand wollte den genauen Inhalt des Gepäcks kennen! Dagegen heute … ich fand die Kontrolle aber trotzdem gut, denn diese Prozedur drängte die minimale Flugangst in den Hintergrund, die ich doch ein ganz klein wenig hatte.

Doch bevor es soweit war, kam endlich der Zeitpunkt, an dem ich den Rucksack zum allerletzten Mal gepackt habe. Das letzte Wiegeergebnis: 6,5 Kilogramm. Einiges hatte ich direkt an, das ist jetzt bei diesem Gewicht nicht dabei. Rechnen wir nochmal zwei Kilogramm für Schuhe und Direktklamotten, dann sind es trotzdem nur 8,5 … mit so wenig bin ich sonst nicht mal für ein Wochenende unterwegs. Ich traf aber beim Rückflug jemanden, der wollte mit 3 kg auf den Camino. Allerdings ohne Schlafsack, er verließ sich einfach auf saubere Betten, vorhandene Decken und wollte notfalls in Pensionen übernachten (das mache ich beim nächsten Mal überwiegend auch, aber dazu später mehr).

Als nun endlich alles gepackt war, begann meine Pilgerreise. Die ersten Hürden nahm ich noch problemlos. Zwar war am Flughafen plötzlich mein Personalausweis weg, was mich schon ein wenig verstörte. Ich hatte doch alles hundertfach kontrolliert, ein- und aus- und eingepackt! Vielleicht doch einmal zu oft ausgepackt? Nein, er tauchte rechtzeitig wieder auf. Dann ging ich aufs Klo und habe an dieser Stelle eine ernsthafte Beschwerde an die Wiener Flughafenklobetreiber: Warmes Wasser zum Händewaschen ist schön und angenehm, die Betonung liegt aber bitte auf „warm“ und nicht auf „kochend heiß“. Sehr nett, wenn man schon Seife auf den Händen hat und dann nur Wasser um den Siedepunkt herum aus dem Wasserhahn kommt. Aber so eine Pilgerreise ist keine Vergnügungsfahrt, da gehören Schmerzen einfach dazu!

Nachdem meine Finger wieder einigermaßen auf Normaltemperatur waren, trank ich noch Kaffee und begab mich dann zu dieser ominösen Fluggast- und Gepäckdurchsuchungs- und Durchleuchtungsstation. Sie brachten den Inhalt meines Rucksacks durcheinander, entdeckten außerhalb eines Plastikbeutels die Tube mit dem Hirschtalg für die Füße und nahmen mir, wie schon erwähnt, meine Nagelschere weg. Sonst war alles gut. Ich fühlte mich schon sehr flugerfahren, und wanderte in Richtung Wartebereich. Noch 45 Minuten … die würde ich jetzt auch irgendwie hinter mich bringen.

Vor dem Fenster sah man jetzt auch endlich Flugzeuge! Wahnsinn, so große Dinger! Wo war denn meins? Bestimmt beim Tanken. Mir fiel mein großer Enkel ein. Als er noch nicht so gut sprechen konnte wie jetzt, gehörte trotzdem das „Luckleuck“ sehr früh zu seinem aktiven Wortschatz. Eines Morgens baute er ein Luckleuck aus mehreren Spielsteinen. Er besitzt auch ein Feuerwehrauto, davon nahm er den Schlauch und hielt ihn in das Luckleuck. Immer wieder, mit den Worten: „Lauch kommt!“, betankte und betankte er das Fluggerät. Ich versuchte, korrektes Deutsch ins Spiel zu bringen und sagte: „Schlauch!“ Mein großer Enkel lachte und sagte: „Ja, Lauch kommt!“

Die brauchen ganz schön viel Lauch, umweltfreundlich ist das ja nicht. Mein Luckleuck war immer noch nicht in Sicht, ich wurde müde und ließ den Kopf auf den Rucksack sinken. Zwölf!!! Minuten vor Abflug weckte mich eine Lautsprecherdurchsage, dass der Flug nach Madrid nicht!!! von Gate C42 abgeht, sondern von C36. Jetzt aber schnell! Mannomann, so eine Pilgerreise sollte doch eigentlich der Entschleunigung und Selbstbesinnung dienen … ich packte den Rucksack und rannte zum richtigen Gate. Dort und auch im Flugzeug wurde ich schon erwartet. Lauter Spanier drin … ich ließ die Jakobsmuschel hinten aus dem Rucksack raushängen und lächelte freundlich nach links und rechts. Leider waren die Fächer fürs Handgepäck schon vollständig belegt, also nahm ich den Rucksack samt Jakobsmuschel zwischen meine Knie. Ich hatte einen Fensterplatz und einen netten Sitznachbarn, der mich mit einem Schwall spanischer Wörter übergoss. Ich hörte „Peregrina“ und „Camino“ heraus und nickte. Dann ging’s auch schon los: Schnell, schneller, am schnellsten und nach oben, direkt in den Sonnenuntergang. Meine Güte, war das schön!

* Fortsetzung folgt *

 

 

Reif fürs Guiness-Buch der Rekorde: Der wahrscheinlich kürzeste Camino aller Zeiten

Einige haben es ja schon mitbekommen: Ich habe den vermutlich kürzesten Camino aller Zeiten hingelegt. Beziehungsweise mich hat’s hingelegt, nach gerade mal zwei Stunden. Es ist zum Glück nichts wirklich Schlimmes passiert, allerdings wurde mir nach Arztbesuch und Kniescheibe-wieder-an-der-richtigen-Stelle-platzieren nahe gelegt, eine mehrwöchige Pause zu machen. Die konnte und wollte ich nicht in Spanien verbringen, also bin ich nach einer knappen Woche wieder nach Hause zurück. Jetzt bin ich zwar noch ein wenig bewegungseingeschränkt. Aber die Finger wollen schon wieder! Diese wenigen Tage sorgen für etliche kurze Geschichten über mein Camino-Abenteuer. Eigentlich ganz gut, dass der Weg so schnell zu Ende war, denn ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viel Erzähl- und Schreibstoff sieben Wochen ergeben hätten! Da hätte ich radikal kürzen müssen, damit meine Leserinnen und Leser nicht vor Erschöpfung aus den Pantoffeln kippen.

So, ich gehe jetzt ganz behutsam fürs Osterwochenende (Eier, Blumen, Spargel vielleicht?) einkaufen – Treppensteigen ist noch etwas schwierig – und heute Abend oder Morgen geht’s dann los mit meinen Reiseberichtchen.