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Also, wir Anläufe müssen ja zusammenhalten. Auch wenn sich mancher Anlauf wiederholt zum Gespött in der außerösterreichischen Welt macht – ich hab Mitleid mit allen, die viele Anläufe brauchen. Es gibt ja auch sooo viele Gründe, neu Anlauf zu nehmen! Anfechtung und sich von allein öffnende Briefwahlkuverts sind nur zwei davon. Stellt euch vor, heute wäre nicht der 12. September 2016, sondern … naja, sagen wir mal, sieben bis elf Monate später. Bis dahin sind noch mehrere Versuche, in Ö endlich einen Bundespräsidenten zu wählen, gründlich in die Hose gegangen.

Verschiebegründe:

  • Anfechtung
  • zum falschen Zeitpunkt stattfindende, selbsttätige Öffnung der Briefwahlkuverts (obwohl es sich dabei angeblich um technisch hochkomplexe Kuverts gehandelt haben soll)
  • tiefe Grabenkämpfe zwischen UHU, PATTEX, TESA und TIXO unter Beteiligung von Holzleim und Tapetenkleister, betreffend ein eventuelles Kuvertsponsoring
  • Blockierung der Druckerei durch die Identitären, ausgerüstet mit Klebestiften, getarnt als Kunstaktion
  • Durchführung der Wahl am 4. Dezember
  • Anfechtung am 5. Dezember durch den Nikolo mit Unterstützung der Grünen, weil: Man hätte statt irgendwelcher Kuverts lieber Jutesackerl verwenden sollen.
  • Wahlwiederholung am 29. Februar 2017
  • Anfechtung der Wahl, weil: Das Datum 29. Februar ist in 2017 überhaupt nicht verfügbar.

Liste wäre beliebig fortführbar, aber HALT:

Im März 2017 wird in Österreich ein neues Wahlrecht beschlossen und verkündet.

AB SOFORT wird weder an der Urne noch per Briefwahl gewählt. Bei beiden Möglichkeiten handelt es sich um nicht mehr zeitgemäße Verfahren. Die Österreicher*innen wählen jetzt  mit Naturalien. Gestattet ist die Stimmabgabe mittels Überbringen von Obst und/oder Gemüse ins Wahllokal. Wer sein Obst oder Gemüse nicht persönlich hinbringen kann, darf einen Obst-/Gemüse-Boten beauftragen. Wer sich im Ausland aufhält, muss sein Obst oder Gemüse rechtzeitig auf den Post-/Luft-/Schiffsweg bringen.

Das abgegebene/geschickte Obst/Gemüse wird nicht gezählt, sondern gewogen. Wahlsieger ist der Kandidat, der den größten/schwersten Obst-/Gemüse-Haufen für sich beanspruchen kann.

Aber Achtung!

Für die Gültigkeit zählt – und das ist enorm wichtig! – dass das richtige Obst/Gemüse verwendet wird.

Einheimische Sorten! „Unser Obst für unsere Leut'“, so viel Patriotismus muß schon sein. Also keine Bananen, außer der/die Wähler*in wohnt in einer Region mit sehr mildem Klima und hat eine ertragreiche eigene Bananenzucht. Vielleicht in einem kleinen Gewächshaus, dann gehen Bananen. Sonst nicht!

Am Obst oder Gemüse muss ein Zettel hängen, der das bevorzugte Wahlobjekt eindeutig kennzeichnet, damit die Früchte des Feldes richtig zugeordnet werden können. Eine dringende Bitte an alle Wähler*innen: Unbedingt nur gleich große und gleich schwere Zettel verwenden, sonst Anfechtung!

Wer sein Obst oder Gemüse darüber hinaus beschriften möchte, achtet bitte auf landestypische, regional korrekte Bezeichnungen. Erlaubt sind Paradeiser, Ribiseln, Fisolen, Marillen, Karfiol, Erdäpfel usw., keine Tomaten, Johannisbeeren, Bohnen, Aprikosen, Blumenkohl, Kartoffeln (Anfechtungsgefahr)!

Zu bevorzugen sind rote und grüne Gemüse- und Obstsorten. Keine Avocados, weil: 1. aus dem Ausland, 2. brauner Kern!

Wer unbedingt tiefbraune Früchte abgeben will, kann Maroni verwenden.

Und bitte: Niemals Gemüse und Obst in den Briefkasten quetschen! Auch wenn am Postkastl außen ein Aufkleber pickt, auf dem steht: „Hier können Sie rund um die Uhr wählen“ – das gilt NICHT für die Naturalienwahl!

Im Wahllokal kommen alle Obst- und  Gemüsespenden auf eine große Waage. Links ist die Waagschale für den Kandidaten VdB, rechts – wo sonst – die Waagschale für den Kandidaten H. Statt Wahlbeisitzern müssen Waagenbeisitzer anwesend sein. Die Waagen müssen ordnungsgemäß geeicht sein (sonst Anfechtung) und die Waagenbeisitzer müssen während des gesamten Vorgangs – von der Entgegennahme des Obsts und Gemüses bzw. Öffnen des Päckchens mit Gemüse oder Obst bis zum abgeschlossenen Wiegevorgang – anwesend sein (sonst Anfechtung).

Am Ende des Tages – hach, endlich darf ich auch mal so eine bescheuerte Formulierung schreiben – wird ein Wiegeergebnis und damit auch ein (vorläufiges) Wahlergebnis feststehen. Allerdings ist einiges Obst und Gemüse dann sicher schon faul, hat die Konsistenz und damit das Gewicht verändert. Also: Anfechtung.

Trotzdem: Probieren kann man’s ja, vielleicht funktioniert die Obst- und Gemüse-Wiege-Wahl besser als alle bisherigen Versuche. Zudem profitiert die einheimische Landwirtschaft. Den Bauern kann man dann gleich ein paar Zuschüsse streichen. Das abgegebene Obst kann nach dem Wiegevorgang an Bedürftige und Arbeitslose verteilt werden. Der betreffende Personenkreis kann das Obst und Gemüse lagern oder einkochen und damit für noch härtere Zeiten vorsorgen. Im Gegenzug kann die Mindestsicherung entsprechend gekürzt werden. Ach, Einkochen kostet Strom? Einmachgläser? Zucker? Gewürze? Keine Sorge, etliche führende Politiker können von 520 Euro mehrere! Monate lang Stromkosten bezahlen und Einmachgläser sowie Zubehör kaufen. Gar kein Problem.

Alternativ kann faules Obst und Gemüse, das sich nicht mehr zum Lagern oder Einkochen eignet, zum Werfen verwendet werden.

Wer damit beworfen werden könnte? Keine Ahnung, ich darf ja hier nicht mal wählen. Aber wenn ich in Ö wählen/werfen dürfte, dann tät mir bestimmt der ein oder andere einfallen!

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