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Die Überschrift hat nur indirekt einen Bezug zum Inhalt. Mir ist keine bessere eingefallen. Aber gegen Ende dieses Beitrags kriege ich die Kurve doch noch.

Vor mehr als zwei Monaten bin ich umgezogen, seitdem gammelt ein Entwurf auf der Festplatte herum über „Übersiedeln in Wien“, der will und will nicht fertig werden. Ein weiterer, der sich mit Ein- und Aus- und Ein- und Auspacken beschäftigt, kommt auch nicht in die Gänge. Immer, wenn ich was angefangen und nicht fertig gemacht habe, passiert bei mir das Gleiche: Ich lasse es liegen und hoffe auf Selbsterledigung. Das geht bei Blogposts natürlich nicht. Vielleicht ist dieses jetzige Geschreibe ein Anstoß, die beiden angefangenen doch noch fertigzustellen.

Kurzer Abstecher zu den Enkeln: Denen geht’s hervorragend, leider kommen sie hier ebenfalls viiiiieeeel zu kurz. Trotzdem, und sei’s nur drum, dass ich es nicht vergesse: Neulich habe ich beide vom Kindergarten abgeholt. Vor dem Überqueren der ersten Straße packte ich einen links und einen rechts an der Hand.

Ich: „Ihr müsst jetzt an der Hand bleiben, wenn wir über die Straße gehen!“

Kleiner Enkel: „Warum?“

Ich: „Weil das gefährlich ist.“

Großer Enkel: „Ja, wenn ein Auto kommt und das fährt uns an!“

Ich: „Was ist dann?“

Großer Enkel (hebt beide Schultern, setzt diesen unnachahmlichen Blick auf, die Stimme wird um einen Ton tiefer, lässt die Schultern fallen): „Unfall.“

Ich: „Und dann?“

Großer Enkel (hebt nochmals die Schultern, behält Blick bei, Tonlage senkt sich abermals, lässt die Schultern fallen): „Tot.“

Deutlich hörbar war das harte „t“ am Ende von „tot“. Ich hoffe, nein, ich weiß es sicher, er wird zu denjenigen gehören, die dereinst in der Lage sind, Tod und tot zu unterscheiden. Schriftlich, meine ich. Er hat schon bald Gelegenheit, das zu beweisen, denn: Er kommt heuer in die Schule. Mir ist noch nicht ganz klar, ob Österreicher in, zur oder auf die Schule gehen. Ich weiß aber schon, dass Erstklässler hier nicht als ABC-Schützen bezeichnet werden (sehr schön, pazifistisch gewissermaßen, wenn der Schütze nicht verwendet wird), sondern als „Tafelklassler“. Die Bezeichnung Tafelklassler kommt daher, dass Schüler in der ersten Klasse früher, viiiiieeeel früher auf einer Schiefertafel geschrieben haben).

Die automatische Wortersetzung hat gerade Tafelk_assler draus gemacht. Das will ich jetzt nicht, wie so vieles, was dieses Ersetzungsprogramm in den letzten Arbeitstagen produziert hat. Pastinaken wurden zu Postbanken, humos zu human und dergleichen mehr. Zum Glück immer noch rechtzeitig vor Auftragsabgabe gemerkt. Ich schreibe gerade jede Menge Gartentexte, letzte Woche habe ich geschlampt, deshalb ist heute trotz Sonntagnachmittag ein (halber) Arbeitstag. Fünf sind noch übrig, die muss ich bis morgen früh fertig haben. Man merkt: Ich schiebe auf.

Zurück zu tot und Tod: Solche Verschreiber sind harmlos, der Leser weiß ja meistens, was gemeint ist.

Schlimmer ist ein Geschreibe, das nicht mal mehr als Freestyle bezeichnet werden kann, sondern einfach nur … darf ich jetzt nicht schreiben, was ich denke.

Auf FB, neulich in einer Gruppe gelesen:

!!!!!!!!!!!!!!!! BITTE TEILEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Hallo Leute…..

Zuerst einmal Entschuldigung wir uns solange nichts von uns hören gelassen zuhaben. 
Wir mussten unsere Aktivitäten einstellen nach mehrmaligen bitten der Stadt Wiener Neustadt.
Nach Gesprächen mit der Stadt darf die BWWN wieder auf Tour gehen um die Polizei als Beobachter und Informant zu unterstützen.
Wenn wir eine Straftat sehen alarmieren wir die Polizei ,beobachten das geschehen und informieren die Polizei zum Ablauf usw…. 

AB DEN 25.JULI 2016 wird die Bürgerwehr Wiener Neustadt von 21:00-24:00 Uhr wieder unterwegs sein. 

Montags Flugfeld (Treffpunkt vor der Kirche)
Dienstags Josefstadt (Treffpunkt vor dem Gasthaus Storfa)
Mittwoch Kriegspital (Treffpunkt vor der Kirche)
Donnerstag Zehnerviertel (Treffpunkt vor dem Gymnasium)
Freitag Ungerviertel ( Treffpunkt altes Schwimmbad) 
Samstag und Sonntag brauchen wir nicht weil vermehrt Sicherheitsdienste unterwegs sein
sollten.

Bei persönlicher Absprache mit uns ist es aber möglich auch Samstag und Sonntag zugehen.

Es dürfen keine Alleingänge unternommen werden und müssen mindestens 2 Personen sein. 
Bei Beobachtung einer Straftat muss sofort die Polizei alarmiert werden. 
Ein eingreifen der Bürgerwehr Wiener Neustadt ist dann erlaubt wenn es sich um eine Notsituationen handelt.. 
Sie darf keine Straftaten von sich aus anzetteln oder herausfordern.
Personen die gestellt wurden dürfen festgehalten werden bis die Polizei eintrifft. 

Was darf ich als Bürgerwehr Mitglied bei mir tragen?

Wahnweste
Taschenlampe 
Knieschutz 
Elbogenschutz 
Sicherheits und Kugelwesten 
Handschuhe auch mit Kevlar oder Sand 
Pfefferspray
Trännengas
Bengalen um Alarm zu geben 
Schlagstock 
Pfeiffe zum Alarm geben

( NUR IM NOTFALL ZU VERWENDEN )

Alles andere ist strikt verboten und wird der Polizei gemeldet. 

Ihr müsst bevor ihr ein Mitglied werdet ein Formular ausfüllen. Ihr bestätigt damit belehrt worden zu sein das ihr keine Straftaten begeht zum Schutz der Bürger handelt ihr alleine Verantwortlich seid sollte etwas sein und das ihr von niemanden Hilfe bekommt. 
Es ist freiwillig und wird nicht entlohnt.

Wer sich interessiert soll bitte um 21:00 Uhr bei den jeweils genannten Treffpunkten eintreffen.

Bei Fragen schreibt uns 

SEID EIN TEIL VON UNS 
WEIL ZIVILCOURAGE ZÄHLT 

Liebe Grüße 

Euer Bürgerwehr Wiener Neustadt Team

 

DAS IST KEINE SATIRE, WEDER INHALTLICH NOCH RECHTSCHREIBTECHNISCH!

Die meinen das wirklich so.

Mal davon abgesehen, dass ich die Idee einer Bürgerwehr für absoluten Schwachsinn halte: Wenn die so wehren, wie sie schreiben, dann Gute Nacht.

Ich konnte nicht anders, das musste ich kommentieren:

„Konrad!“, sprach die Frau Mama,
„Du bist tot und SIE sind da.
All die Duden-Ignoranten,
die jämmerlichen Hirnverbrannten,
es ist ein Jammer ohne Ende.
Du kriechst im Grab gleich hoch die Wände.
In ihrem Wahn tragen sie Westen
und geben einiges zum Besten:
verwechseln dass und das und seid(t)
sind noch zu Schlimmerem bereit,
sie pfeiFFen auf Orthographie,
was Grässlicheres las ich nie.
KONRAD! Bleib besser, wo du bist.
Hier ist nur ein großer Mist,
während mir die TräNNEn rinnen,
bleib besser in dem Grabe drinnen.“

(Copyright bei mir; Info für die Bürgerwehrler: Konrad ist der Vorname des Herrn Duden. Der ist übrigens schon lange Tod/Tot/tot/tod/Todt/todt/ – sucht’s es euch aus.)

Heute sitze ich also am Schreibtisch, schiebe die Arbeit vor mir her (in der Wartestellung zur Bearbeitung sind: Glockenrebe vermehren, Glockenrebe pflegen, Mirabelle/Krankheiten und Schädlinge, Pimpinelle pflegen, Palmlilie vermehren – je 400 Wörter, Deadline Mo, 9.00 Uhr).

Statt endlich anzufangen, stöbere ich herum, was sonst noch so los ist. Demo in Köln. Uuuuund natürlich wieder mal die Rechtschreibung! Manche Fundstellen sind so schön, dass ich sie gern hier festhalten möchte. Bloß: Wie geht Screenshot mit Mac? Kein Problem, Google weiß alles. Gleich den obersten Treffer angeklickt, Hilfe erhalten, Rechtschreibfehler gefunden.

Bildschirmfoto 2016-07-31 um 12.54.19

Ok, „Überischt“ist nicht wirklich schlimm. Vielleicht ein bisschen unterirdisch, oder das Über-Isch möchte sich bemerkbar machen. Ich kann’s mir aber nicht verkneifen: Groß geschriebene „Ihrs“ und „Euchs“ haben immer etwas Majestätisches an sich. Gehört klein, ist besser so.

Der zweite Verschreiber, über den ich stolpere, ist mittlerweile korrigiert. In einem Liveblog zur heutigen Demo in Köln schreibt der Betreiber: „Wir beichten live.“ Kurze Zeit später kommt ein „r“ dazu, alles gut. Kein Screenshot, ich bin zu langsam.

Aber dann, noch ein Live-Ticker (Focus, eigentlich eh unlesbar und indiskutabel  – die beschäftigen anscheinend nur noch Praktikanten mit Legastheniker-Hintergrund – und JA, es muss an dieser Stelle „anscheinend“ und nicht „scheinbar“ heißen!):

Bildschirmfoto 2016-07-31 um 12.03.24

Tja, der pöbelnde Mopp. Liebe, liebe Leute von der schreibenden Zunft: Eignet euch ein bisschen Hintergrund- und Orthographiewissen an, nur ein bisschen, das hilft schon ungemein. Pöbeln tut immer nur der Mob. Mit dem Mopp putzt man, also das heißt, man entfernt damit Fusseln und Staub von glatten Fußböden. Zum Beispiel vom Fliesenboden einer Moschee, zwischen den Teppichen.

Wenn wir schon dabei sind: Ein Mops ist ein Hund mit Falten im Gesicht. Als Moppel werden dagegen rundliche Frauen bezeichnet, die aufgrund ihres Übergewichts oft ein faltenfreies, weil gut gepolstertes Gesicht haben.

Genug aufgeschoben! Allerdings ist es jetzt Zeit für meinen Mittagsschlaf, meine fünf Gartentexte müssen also noch warten. Sind ja noch mehr als 19 Stunden bis zur Auftragsabgabe, da kann ich ruhig ein Stündchen davon verpennen.

Für den heutigen Demo-Tag wünsche ich mir einen möglichst friedlichen Verlauf ohne Verletzte oder noch Schlimmeres auf allen Seiten. Wünschen wird man ja wohl noch dürfen.

 

 

 

 

 

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