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Was, heute? Am 14. Juli? Moment, da muss eine Verwechslung vorliegen. Ich sage zwar gern am 24. Januar (Jänner): Mensch, in elf Monaten ist Weihnachten! (mit Wiederholung am 24. Februar, 24. März usw.) Aber am 14. Juli ist der Weihnachtsbezug selbst für einen ausgemachten Weihnachtsfan wie mich sonderbar. Trotzdem: Heute konnte ich diesem Thema nicht entfliehen.

Von Whisky, Pralinen und Dekoständern

Denn heute lagen drei Aufträge an: Kurzbeschreibungen für Geschenke (Whisky, Blumenvasen, Dekoständer – hoppla, was soll das denn bitte sein? Noja, wenn schon, dann besser dekorativ als unansehnlich … außerdem Pralinen, Fußabstreifer und noch viel mehr Zeugs, was man irgendwie irgendwann irgendjemandem schenken kann.

Beim Schreiben verstärkte sich mehr und mehr der Gedanke: Bitte schenkt’s mir nix, allerhöchstens Whisky, aber AUF GAR KEINEN FALL einen Dekoständer (Klammer in der Klammer auf: Gemeint ist ein Dekoständer „Blumenherz“. Das wird ja immer besser. Text zu diesem Teil übrigens nicht von mir. Man soll ja andere Texter*innen niemals nicht kritisieren, aber echt: Seit wann „verwandelt ein wunderschöner Blumenständer in Herzform auf einem massiven Steinsockel gestützt mit Platz für drei Blumen das gemeinsame Zuhause in ein gemütliches Liebesnest“? Klammer in der Klammer zu.) Also, ich nehm den Whisky und vielleicht noch die Pralinen.)

Die beiden anderen Aufträge waren brandeilig, nicht eingeplant, aber wenn einer brav bitte bitte sagt und Eilzuschlag zahlt, schreib ich fast alles. Es ging um „Weihnachten in Norwegen“ und „Silvester in Norwegen“. Anreise mit dem Schiff von Kiel nach Oslo, Unterbringung in einer norwegischen Holzhütte, Wintersport und Kinderskikurs (Kinderschikurs – ich übe österreichisch). Neben dem Schreibtisch lief der Ventilator und vermittelte einen Hauch von winterlicher Kälte; als ich mit den beiden Texten fertig war, war ich so in Weihnachtsstimmung, dass ich mir überlegte, eine Lichterkette aufzuhängen und ein paar Weihnachtskugeln in der Wohnung zu verteilen.

Was Norwegen mit einem Schlafsack zu tun hat

Ich schrieb noch die Rechnung und stellte fest: Der 14. Juli ist ein guter Tag!

Leider nicht für alle. In Traiskirchen schlafen’s immer noch im Freien. Zum Glück ist noch Sommer, und wenn’s regnet, werden’s nur nass.

Wir helfen https://www.facebook.com/caritas.omni.bus?fref=ts hat einen Spendenaufruf veröffentlicht: 50 Euro für einen Schlafsack. Schlafsäcke kann man übrigens auch für die Gruft spenden: Für 50 Euro erhält ein Obdachloser einen Schlafsack und eine warme Mahlzeit. Hab ich die letzten beiden Weihnachten gemacht. Und jetzt spende ich für einen Flüchtlingsschlafsack, finanziert vom Eilzuschlag für die beiden Norwegen-Aufträge. Ich glaube, das Geld ist gut angelegt. Wie es im Winter wird für die, die jetzt im Freien schlafen, daran mag ich gar nicht denken.

Jetzt schon an Weihnachten denken? Ich frage mich, wie viele von denen, die in irgendeiner Form offiziell mit der Unterbringung von Flüchtlingen zu tun haben, jetzt schon an den Winter denken? Der mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch dieses Jahr wieder eintreffen wird! Vielleicht nicht mit glitzernd weißem Schnee, aber bestimmt mit Kälte. Zu kalt für auch nur eine einzige Nacht im Freien. 

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