Heute war wieder einmal Zwergerltag. Eigentlich waren es nur ein paar Stunden, nach dem Kindergarten. Der Nachmittag war geprägt von unzähligen WARUM-Fragen meines großen Enkels. Aber nach dem Abendessen hatte ich endlich Gelegenheit, selbst nach dem WARUM zu fragen. Folgender Hintergrund: Die beiden haben zu Weihnachten ein Spielhaus aus Pappe bekommen. Das Haus ist nach mehreren Wochen intensiver Bespielung schon an einigen Stellen mit Klebeband repariert. Heute Abend ergab sich dann folgende Szene:

Großer Enkel: „Ich brauch den Kleber!“

Er bekommt eine Rolle Klebefilm auf Abroller und reißt sorgfältig kleine Stücke ab. Seinem kleinen Bruder gibt er immer wieder ebenfalls Klebefilmstücke, beide kleben am Spielhaus herum. Damit aber nicht genug, denn schnell stellt er fest, dass ihm das passende Handwerkeroutfit fehlt.

Er: „Ich brauch meinen Helm! Meinen Feuerwehrhelm!“

Er saust ins Spielzimmer und kommt mit seinem Feuerwehrhelm auf dem Kopf zurück.

Ich: „Warum?“

Er: „Wenn das brennt, dann kommt so Rauch in meine Nase und dann brauch ich ein Atemschutzgerät.“

Das ist zwar nun keine Antwort auf meine Frage, aber egal, ich frage weiter.

Ich: „Du hast jetzt deinen Helm auf. Und wo ist dein Atemschutzgerät?“

Er: „Ich hab keins. Ich hol den Schlauch.“

Ich: „Warum?“

Er: „Und ein Feuer, ein Feuer hol ich auch!“

Neuerliches Sausen ins Spielzimmer, zurück kommt er mit einem „Feuer“ (Flamme aus dem DUPLO-Feuerwehrset), dieses Feuer wirft er in den Kamin des Spielhauses. Außerdem hat er einen gelben Kranausleger dabei.

Er: „Mein Schlauch!“

Mit dem Kranausleger löscht er eifrig die Flamme im Kamin, während sein kleiner Bruder weiter das Spielhaus mit Klebestreifen repariert.

Dann kommt weiteres Gerät zum Einsatz. Er bringt das Megaphon, ein unverzichtbares Hilfsmittel für Feuerwehrmänner.

Ich: „Was ist denn das?“

Er: (mitleidiger Blick) „Mein Megaphon!“

Ich: „Warum?“

Er: „Das ist, wenn eine Katze auf dem Baum ist. Die ist dann im Rauch. “

Er rennt mitsamt Megaphon in den Flur, stellt sich hin und schreit hinein: „Die Katze vom Baum holen!“

Dann kommt er nach einem Umweg über das Feuerwehrarsenal ins Wohnzimmer zurück, nun hat er auch noch den Feuerlöscher dabei. Erneut eifriges Löschen, dann landet der Feuerlöscher achtlos auf der Couch.

Er: „Oma, bist du auch ein Feuerwehrmann?“

Ich: „Nein, ich bin eine Feuerwehrfrau!“

Er: (keine Antwort, aber erneut mitleidiger Blick)

Beide Jungs beschließen, dass das Spielhaus weiterer Reparatur bedarf, sie kleben und kleben, zwischendurch werfen sie mehrfach die Flamme in den Kamin und löschen mit dem Kranausleger.

Das Ganze nimmt ein immer rasanteres Tempo an.

Ich: „Du bist ja ganz schön schnell! Und so fleißig!“

Er: „Ja. Ich bin ein fleißiger Feuerwehrmann.“ (reißt einen weiteren Klebestreifen ab, drückt ihn seinem Bruder in die Hand)

           „WIR sind fleißig. Wir Männer.“

(und ein letzter mitleidiger Blick auf die Oma, die die ganze Zeit nur gemütlich auf der Couch sitzt)

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