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Es begab sich also vor einem Jahr im Oktober, dass ich vormittags am Schreibtisch saß und versuchte zu arbeiten. Versuchte, denn es war an diesem Vormittag sehr, sehr laut im Haus. Ich wohne zur Miete, Mietshäuser heißen hier Zinshäuser. Die monatliche Miete nennt sich Vorschreibung. Aber das nur am Rande, es soll ja zunächst mal um den Krach im Haus gehen. Den ganzen Sommer über war schon gegenüber renoviert worden, jetzt war anscheinend mein Wohn-/Miets-/Zins-Haus dran. Es wird hier sowieso an allen Ecken und Enden pausenlos irgendetwas renoviert, saniert, adapiert (auch so ein Wort), abgerissen, neu gebaut, aufgestockt. Hammer- und Bohrgeräusche im Stiegenhaus, die immer näher kamen. Das musste doch inzwischen direkt vor meiner Wohnungstür sein! Ich nutzte die intensive Krachphase, um mal wieder die Stereoanlage auf Anschlag zu drehen. An Arbeiten war jetzt nicht mehr zu denken, aber immerhin überdeckte die laute Musik den Baulärm. Doch der Krach kam näher und näher. Jetzt wurde ich neugierig und beschloss nachzusehen. Auf dem Weg zur Wohnungstür kam ich an meiner offenen Klotür vorbei. Auf dem Boden lag etwas, sah auf den ersten Blick aus wie eine leere Klopapierrolle, zusammengeknüllt. Ich ging automatisch ins Klo hinein (ein Schritt genügt, das Klo ist noch winziger als das Bad) und wollte die vermeintliche Papprolle aufheben, als … gerade noch konnte ich den Kopf rechtzeitig zurückziehen, denn von oben rieselten herab: Sand, Dreck, Steine.

Das war der Stand im Oktober 2012:

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Das Loch befand sich ca. in 2,20 m Höhe, war also nicht unmittelbar beeinträchtigend bei der Toilettennutzung. Ganz im Gegenteil, so hatte ich endlich eine Lüftungsmöglichkeit. Mein Klo hat zwar ein Fenster, aber das liegt noch höher, zum Öffnen bräuchte ich eine Leiter. Die „neue“ Lüftung war insofern praktisch, als sich unmittelbar dem Klo gegenüber meine „Küche“ befindet. Dazu irgendwann später mehr in der Reihe Eingeschränktes Wiener Wohnen. Jetzt also vor die Wohnungstür, nachschauen, wo der Krach und der Dreck herkommen. Im Treppenhaus war dann das ganze Ausmaß sichtbar.

Die Lage ist nämlich so: Direkt an mein Klo angrenzend befindet sich eine weitere Toilette, die aber zu keiner Wohnung gehört. Diese Toilette war wohl früher für sämtliche Wohnungen gedacht, die sich auf dieser Etage befinden. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes „Indisches Häusl“. Der Name leitet sich ab von: jenseits des Ganges. Auf den Halbstockwerken sind solche Toiletten immer noch in Betrieb, man sieht beim Treppensteigen manchmal Leute aus den Wohnungen herauskommen und ins Klo hineinhuschen, die Klopapierrolle unterm Arm.

Die Handwerker, die mit schwerem Gerät zugange waren und für Krach und Schuttgeriesel verantwortlich, meinten, sie wären jetzt dann gleich fertig und dann sei schon alles wieder gut. Ja, und das Loch in der Wand? Wann macht’s des wieder zua?

Oh. So eine unangenehme Frage aber auch. Ich muss dazu sagen, dass sich die Kommunikation etwas schwierig gestaltete. Schließlich fand ich aber heraus, dass im Blindklo irgendein Rohr an die Wasserleitung angeschlossen werden sollte. Wann? Nächste Woche.

Fortsetzung folgt.

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