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Am Sonntag habe ich einen Weihnachtsbaum gekauft. Echt, klein, aufrecht. Die werden hier bei Bedarf mit Holzkreuz verkauft, was sehr praktisch ist, wenn

a) kein Christbaumständer vorhanden ist

b) keine männliche (oder auch weibliche) Hilfskraft in der Wohnung ist, die den aufgestellten Baum auf Schiefstand überprüft

Bei der Gelegenheit bin ich zum ersten Mal mit einem Christbaum im Bus gefahren. Am Sonntag geht das, unter der Woche stelle ich’s mir schwierig vor, da ist eh alles überfüllt. Ein Schnitzel war auch noch dabei, hatte nämlich keine Lust zum Kochen und habe deshalb vor dem Baumkauf einen Schnitzelkauf getätigt.

Sonntag Abend war der Baum fast fertig behängt, ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, unter anderem zwei, drei Lämpchen für die Lichterkette. Aber er sieht schon recht gut aus. Dann kam der große Enkel zu Besuch. Meistens ist es ja umgekehrt, da besuche ich ihn (ist auch zweckmäßiger). So war also erst mal Wohnungsbesichtigung angesagt.

Großes Staunen entlockte ihm die Größe meines Badezimmers. Dusche, Waschbecken, Handtuch und ich, mehr hat da drin nicht Platz. Für den großen Enkel DIE Gelegenheit, mal richtig anzugeben: „Ich hab zwei Bads! Ein großes und ein kleines, eine große Badewanne und eine kleine Badewanne und eine Dusche und ein Klo und noch ein Klo!“

Ok, ok, da geb ich mich geschlagen. Auf zum Christbaum, den hat er nämlich noch nicht!

Fachmännisch begutachtete er den Baum.

Is das da?“

Die Lichter für den Christbaum. Soll ich anmachen?“

Ja.“

Mittlere Verrenkung notwendig, es fehlt noch ein Verlängerungskabel, das muss ich erst noch besorgen. Aber ging auch so: Das Kabel von der Lichterkette schlängelte sich elegant über das Klavier bis zur Steckdose, der Baum erstrahlte fast vollständig.

Und?“

Bild

Der gefällt mir!“ Man muss sich das mit folgender Blickmischung vorstellen: Wie schon erwähnt recht fachmännisch, aber doch auch mit sehr, sehr staunenden und leuchtenden Augen, gefolgt von einem breiten Grinsen.

Dann gab’s Kakao, Lebkuchen, Schnippschnappspielen mit neuen Regeln, Mini-Schokonikolaus, zehn Minuten Fernsehen (könnte sich zur Hauptattraktion bei den Omabesuchen entwickeln).

So gestärkt setzte der große Enkel noch einmal zum „Ich hab was, was du nicht hast“ an.

Wir kaufen jetzt dann auch einen Baum. Mit mein Papa. Dann hab ich auch ein Christbaum. Der ist so groß, bis nach da ganz oben!“

Ich bin gespannt …

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