Ich bin in den letzten Monaten zur begeisterten Blogleserin geworden. Meine liebsten werde ich nach und nach hier mal extra belobigen.

Bei der ganzen Leserei fällt mir jedoch immer wieder ein Phänomen auf: Bloggende Frauen benennen ihren Freund, Mann, Geliebten, Lebensgefährten, Lebensabschnittspartner häufig so: DER MANN. Hier in Wien ist das eine Bäckerei mit mehreren Filialen, nur so am Rande. Bloggende Väter und Mütter benennen ihre Kinder mit Zahlen: Kind I, Kind II, Sohn I, II, III usw., sogar Bezeichnungen wie Kind 2.0 habe ich schon gefunden. Das gefällt mir nicht. Ja, schon klar, wer Wert auf Anonymität legt, wird nicht unbedingt gerne mit den ganzen Vornamen rausrücken. Auch hört und liest man immer wieder, es sei besitzergreifend und vereinnahmend, wenn man von „seinem“ Mann, Kind, Hund spricht.

Ich mach’s trotzdem. Um die Durchnummeriererei bzw. nähere Bezeichnung ohne Namen komme ich zwar auch nicht ganz herum. Aber ich möcht’s doch gerne ein bisserl persönlich.

Es gibt da also in meiner Familien-, Verheiratungs-, Fortpflanzungs- und Trennungs-Historie folgende Personen: meine große Tochter, meinen Sohn, meine kleine Tochter, meinen großen Enkel, meinen kleinen Enkel, meinen einen Schwiegersohn, meinen anderen Schwiegersohn, der Vollständigkeit halber auch noch meinen ersten und meinen zweiten Ex-Ehemann, und einzig die Freundin meines Sohnes habe ich noch nicht völlig vereinnahmt, weil ich schlecht sagen kann: meine Freundin meines Sohnes. Aber das wird noch!

Alles meins.

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